Mittwoch, 6. Januar 2021
Mein letzter schultag nach einem berufsschulpflichtjahr in bad tölz. Ein mädchen aus der paralellklasse mit der ich mich angefreundet hatte und genauso ihren lezten tag hatte meinte wir könnten uns nach schulschluss auf münchen absetzen, einfach den zug nehmen und in die grossstadt fahren und durch die stadt strawanzen. Ich war da sofort dabei, ich liebte münchen ohnehin sehr und einfach mal sich allem wiedersetzen und auf niemanden hören zu müssen, die vorstellung war einfach genial! War es doch immer so gewesen, dass ich immer streng auf das zu hören war was meine eltern sagten und wollten und mich verpflichet fühlte das alles einzuhalten was sie wollten und das jetzt auch noch, wo ich nun schon auf die 20 zu ging. Und das wiedersprach mir immer mehr. Doch seitdem ich mit 15 jahren psychisch krank wurde und ich schon in so mancher klinik gewesen bin, lernte ich nie richtig mich von zuhause abzunabeln und erwachsen zu werden und da ich es nicht anders kannte und auch nicht gelernt hatte hielt ich mich daheim nach wie vor dran zu tun was vereinbart wurde und was mir gesagt wurde, ich hatte es nie anders gelernt. Und dadurch hatte ich dann wenigstens und sogar das ganze jahr wo ich in die berufsschule ging ein wirklich stabiles jahr indem es mir wirklich gut ging und ich kaum anzeichen meiner krankheit hatte, seit geraumer zeit hatte ich die diagnose borderline bekommen und das wirkte sich teilweise sehr heftig aus vorallem meine selbstverletzungen waren heftig, oft so sehr dass diese lebensbedrohlich waren und gebeutelt von stimmungsschwankungen war ich auch immer sehr. Ich wurde auf ein neues medikament eingestellt und seitdem ich es nahm gings mir wirklich besser und es schlug super gut an, ich war von der stimmung her stabiler und selbstverletzungen gehörten in der zeit auch der vergangenheit an. Aber mir war auch bewusst, allein von dem medikament war es nicht, dass es mir soviel besser ging, es war das zusammenspiel von mehren faktoren und da gehörte dazu, zu einem, dass ich durch die schule eine sehr gute tagesstruktur hatte und auch dass ich eben von zuhause her ein sehr geregeltes von festen absprachen gestaltenes leben hatte und wenn ich das nicht hätte dann wäre es viel schneller bei mir wieder den bach runter gegangen. Aber dennoch, auch wenn ich irgendwo dankbar war, dass es mir soviel besser ging, die enge von zuhause schränkte mich ganz oft sehr ein und mein gefühl dass ich da ausbrechen möchte kam immer öfter. Es fühlte sich so an, als wäre ich noch ein kleines kind wo alles macht was die eltern sagten. Oft kam ich damit nicht klar und ich bekam immer öfter das gefühl dass ich ausbrechen will. Also kam mir die idee von meiner schulkollegin gerade recht und ich fühlte mich grossartig, als ich mit ihr nach schulschluss in tölz zum bahnhof stapfte, mal einen ganzen nachmittag alleine zu sein ohne familie und nur zu tun worauf wir beide lust hatten, das war einfach genial! Eigentlich war vereinbart gewesen dass ich nach der schule gleich den bus nehmen und heimfahren sollte, da mich meine mutter nicht wie sonst abholen konnte, da meine ma einen termin hatte und so war es eine wunderbare möglichkeit einfach mal einen kleinen ausbruch zu tätigen! Wenn ich erstmal in münchen bin, so dachte ich mir würde ich von meinem handy aus zuhause anrufen und sagen wo ich bin, bin ich erstmal in der stadt kann meine familie im oberland garnichtsmehr dagegen tun! Also nahmen wir dann den zug auf münchen. Fuhren bis münchen hbf und trieben uns dann in der innenstadt herum, beobachteten passanten gingen hier und da mal in ein kaufhaus und hockten in der fussgängerzone rum. Es war einer meiner schönsten nachmittage seit langem! Meine mutter regte sich zwar erstmal auf als ich von münchen aus bei ihr anrief, doch es war dann so, wie ich es mir ausgemalt hatte, sie schluckte es dann, denn nun war ich schon in der grossstadt was sollte sie dann denn noch gross dagegen tun? Sie ermahnte mich dann nur, dass ich es doch bitte nicht übertreiben sollte und nicht zu spät heim fahren sollte. Als es schon etwas später wurde trieben meine freundin und ich mich noch eine geraume zeit am hbf herum, bevor wir uns dann trennten, sie musste ja einen anderen zug nachhause nehmen wie ich und dieser ging eine gute halbe stunde eher als meiner und so trennten wir uns dann und ich war komplett mir selbst überlassen und in dieser situation fühlte ich mich plötzlich gross und auch erwachsen wie noch nie. Ich fühlte mich wohl am hbf und diese situation wollte icxh unbedingt auskosten, ich weiss nicht wieso ich so angetan war vom hauptbahnhof, doch als ich da so am rumflanieren war fühlte ich mich so frei und wohl dass es ein unbeschreibliches gefühl in mir auslöste und so kam es dann, dass ich einen zug nach dem nächsten vorrüber fuhren lies und dann immer noch einen, bis keine züge mehr zu mir heim fuhren und ich dann auch keine möglichkeit mehr hatte heim zu kommen....

... link (0 Kommentare)   ... comment