Mittwoch, 13. Januar 2021
Wie nicht von dieser welt stapfte ich zum hauptbahnhof zurück und setzte mich in den zug der mich zurück in meine heimatstadt bringen sollte. Ich war wieder mal in einem zustand, den ich von früher schon so oft kannte und ich damit nur immer schwer zurecht kam. Ein gefühl als wäre ich wie in trance, ich war in gefühlen und gedanken gefangen, was um mich herum geschah bekam ich nichtmehr mit. Dennoch gelang es mir den richtigen zug zu finden und über die ganze fahrzeit nachhause fühlte es sich an als wäre ich wie weggetreten, doch auch so innerlich zerrissen, weil sämtliche gefühle gegeneinander ankämpften und es sich so anfühlte dass ich kurz davor war an dem allen kaputt zu gehen. Aber wenigstens funktionierte ich soweit noch, dass ich an der richtigen stelle ausstieg und zu fuss nachhause zu gehen. Es war halt doch das alles etwas zu viel für mich, die ganze nacht durch machen, dann die hoffnung darauf vielleicht doch in münchen bleiben zu können und die auseinandersetzung mit der dame vom frauenhaus und das alles ohne meine feste medikation, die ich ja durch mein von daheim wegbleiben nicht nehmen konnte, das spielte alles zusammen, das war einfach zu viel. Nach guten 20 minuten heim weg stand ich vor unserer haustüre und klingelte. Meine ma öffnete mir und ich merkte sofort, dass meine mutsch erleichtert war, dass ich wieder da bin. Ich wusste ja, dass meine familie es wirklich gut mit mir meinte und es ihr das wichtigste ist dass es mir gut ging und ich merkte dann auch dass sie wirklich ängste durchgestanden hat, als ich gestern nicht heimgekommen bin. Ich hing wirklich massiv zwischen zwei stühlen und konnte mich einfach nicht zurecht finden und fühlte mich da dann immer besser zerissen. Ich wusste ja mit dem allem was zuhause ablief und mit den regeln und festen absprachen die wir zuhause immer hatten meinte es meine familie mit sicherheit nicht böse, im gegenteil sogar sie versuchten mir zu hause soweit es ging mir ein gutes leben zu bieten und es war in der vergangenheit halt oft verdammt schwer mit mir, dass sie übervorsichtig sind und die vergangenheit zeigte halt auch, dass wenn mein korsett enger ist funktionierte das alles daheim besser. Irgendwo ist mir das klar gewesen, doch genau dies löste bei mir sehr die andere seite aus und zwar dass ich immer mehr ausbrechen wollte und diesem ganzen mir vorgelegten leben trotzen wollte. Ich verstand meine eltern schon auch, doch ich war kein teenie mehr und mein wunsch nach viel mehr freiheit war groß. Ich war da in einem großen dilemma und wusste einfach sehr oft nicht damit umzugehen. Doch nun war ich erstmal wieder zuhause, meine mutsch war die einzige die da war, alle anderen waren auf arbeit. Hier mit im haus wohnte noch mein vater, mein bruder und sporadisch die freundin meines bruders. Meine mutter fragte nicht viel wir setzten uns in die wohnküche und schwiegen eine weile.

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