Samstag, 13. Februar 2021
Es war schon der nächste morgen als ich wieder so richtig zu mir kam. Als ich die Augen aufschlug und zur Besinnung kam, musste ich mich erst mal orientieren, bis mir klar wurde was nun eigentlich geschehen war. Als ich aber merkte dass ich mich im Bett nicht bewegen konnte, da ich nach wie vor angebunden gewesen war fiel mir schlagartig wieder alles ein. Ich war gestern komplett ausgetickt und war nicht mehr Herr über mein eigentlichen tun! Ich versuchte dann erst mal mich selbst einzuschätzen, wie es mir mittlerweile ging und ob ich mich heute besser fühlte als gestern und musste sogleich feststellen, dass ich nach wie vor ziemlich Matsch war von der spritze gestern. Doch von den Gefühlen her wenigstens ging es mir weit aus besser. Aber wie sollte jetzt alles bei mir weiter gehen? Ich lag hier angebunden im Bett und mir tat so ziemlich alles weh weil ich mich ja kaum bewegen konnte und überhaupt wie sollte denn nun alles weitere in meinem leben weitergehen. Gestern hatte ich das erste mal seit einem Jahr mich wieder selbst verletzt und da ich es dann als ich schon stationär aufgenommen war gleich nochmal versuchte ist jetzt eine große angst da, dass ich mit dem gestrigen Tag wieder rückfällig geworden bin und wieder was anfing was ich eigentlich bestimmt nicht wollte...
es dauerte dann ca. noch eine stunde, wo ich mich im Fixbett noch quälen musste, was mir immer unangenehmer wurde. Dann kam endlich ein Arzt zu mir und ich konnte ihn überzeugen, dass es O.K. ist wenn er mich losmacht und ich nun bestimmt nix mehr anstellen würde. Und so geschah es dann auch und er verabredete dann mit mir, dass er nun zwar zur Ärzteübergabe müsse, aber gleich im Anschluss möchte er ein ausführliches Gespräch mit mir führen. Mir war im Moment alles recht Hauptsache ich komme erst mal hier aus dem Fixierbett raus! Mein erster weg führte mich in das Raucherzimmer, so lange ich fest im Bett war, hatte ich ja keine Möglichkeit um zu rauchen und so hatte ich mal wieder einen gescheiten Suchtdruck. Diesmal war ich nicht alleine im Raucherraum, es war noch ein Mann und zwei Frauen gerade am rauchen. Doch für mich war es nun anders als gestern wo ich gern jemanden kennen gelernt hätte, jetzt wollte ich am liebsten meine ruhe haben und mit niemanden reden müssen und das versuchte ich von Anfang an zu signalisieren, setzte mich abseits in eine ecke und drehte mich von den andere weg. Und dadurch wurde ich dann auch in ruhe gelassen. Es war soviel passiert und ich hatte enorm viel im Kopf, da musste ich mit alledem erst fertig und mir selbst wieder klarer werden und das versuchte ich auch während des Rauchens nur so recht gelingen tat es mir nicht. Außerdem hatte ich etwas angst vordem mir bevorstehenden Arzttermin, ich hatte mich ja gestern ganz schön aufgeführt und hatte vor den Konsequenzen angst, was ist wenn ich nun für länger hier eingesperrt werde und erst mal hier auf Station bleiben muss für länger? Aber auf der andren Seite wäre es denn so schlimm für eine zeit hier zu sein und dafür aber die Hoffnung zu haben, dass ich dadurch schlimmeres vermeide und aus der ganzen Sache mit einem blauen Auge davon komme? Es waren so viele Gedanken und fragen in mir drinnen und ich merkte echt sehr stark, dass ich so gar nimmer wusste was ich will und eigentlich auch nimmer was ich denken sollte.

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