Samstag, 23. Januar 2021
Meine mutter verband mich aber trotzdem, damit die offenen wunden steril verpackt waren und kein schmutz hinkommen konnte. Kurz darauf saß ich neben meiner ma im auto auf dem weg ins kreiskrankenhaus in die notaufnahme. Keine ahnung was ich in diesem moment fühlte und ob ich überhaupt etwas fühlte, irgendwie hatte ich mal wieder eine innere leere in mir. Und ich hatte überhaupt keinen bock auf das was mich da gleich erwarten würde, das machte mir sogar angst. Im krankenhaus angekommen musste ich für die ambulante behandlung angemeldet werden und dann hieß es warten. Ich kannte diese klinik mittlerweile nur zu gut, da in diesem gebäude auch die psychiatrie untergebracht ist und ich dort schon ein paar mal stationär gewesen bin, vor dem jahr wo ich gut stabil nun war. Auch die notaufnahme war mir bekannt, ich hatte mich auch dort schon einige male nähen lassen müssen. Das warten auf die behandlung war sehr lange ich glaube ich saß 2 stunden neben mutter im wartebereich bevor ich dann endlich dran kam. Als ich so da saß und wartete kamen mir bilder von früher hoch, was ich in dem krankenhaus schon alles erlebte und vor allem wie ich hier schon auch oft gelitten hatte, was belastend für mich war. Und dabei die ständige mir sehr belastende frage, ging mit dem heutigen tag wieder alles von vorne wieder los, hab ich durch dieses verhalten jetzt den bann wieder durchbrochen und ist alles was ich bis jetzt erreicht habe wieder kaputt? Darauf wusste ich keine antwort und das machte mir angst! Als ich dann endlich dran kam ging meine ma auf meinen wunsch hin mit in die behandlung. Erst kam eine schwester und nahm mir den verband ab und reinigte die wunden nochmal, dann kam ein arzt und schaute sich die verletzungen an, drei von den schnitten müsste er nähen meinte er zu uns. Und sprizte mich dann erst mal ein. In der zeit als die betäubung wirken sollte unterhielt er sich mit uns beiden. Es ging darum wie es mir von der psyche her ging, weil er meinte die schnitte waren nicht schlimm gefährlich die näht er zu und dann ist es wieder ok. Nur sollte drauf geschaut werden wie es mir psychisch geht, denn ein ganzes jahr ohne selbstverletzungen und dann auf einmal gleich so heftig auf meinen arm eingehackt ist nicht ohne. Und so kam es dann, dass er mit den psychiatriekollegen telefonierte und ich nach der wundversorgung mit einem psychiater sprechen sollte.

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Mittwoch, 20. Januar 2021
Ich saß dann erst mal eine weile wie gelähmt auf dem klo, unfähig irgendetwas zu tun. Bis ich ein vorsichtiges klopfen an der badtüre wahr nahm. Klar es konnte nur meine mutter sein, war ja sonst niemand zuhause. Doch ich wusste nicht ob ich öffnen sollte, in anbetracht dessen was ich angerichtet hatte und wie es auch im bad nun aussah, denn es war alles ziemlich blut verschmiert. Ausserdem freuten sich alle und vor allem aber meine ma dass es mir in letzter zeit soviel besser geht und ich so „vernünftig“ geworden bin. Ich schämte mich sehr meiner mama gegenüber und ich wollte das alles ihr nicht antun. Doch machte ich ihr trotzdem die türe auf, denn ich wusste aus dieser nummer komme ich so eh nicht mehr raus. Selbst wenn ich alles wieder in den grundzustand brachte, alles wieder putzte und so, meine wunden auf meinem oberarm kann ich nicht verstecken und eigentlich sehnte ich mich auch jetzt um beistand, wollte gerade jetzt nicht alleine sein. Als ich meiner mutter die türe öffnete und sie sich kurz ein bild von der situation machte wirkte sie ziemlich gefasst, so als dass sie mit sowas schon gerechnet hätte. „ kimona, setz dich erstmal wieder hin und warte kurz, ich hole verbandszeug, die wunden müssen desinfiziert werden und steril verbunden. Das übernehme ich und dann machen wir gemeinsam das bad sauber, im anschlss würde ich es sinnvoll finden, wenn du was von deiner bedarfsmedikation nehmen würdest um etwas zur ruhe zu kommen und eventuell etwas schlaf finden könntest, du hattest ja die ganze nacht in münchen durchgemacht, dir geht einfach auch der schlaf ab. Du kannst auch gern im wohnzimmer auf dem sofa schlafen wenn du nicht alleine sein möchtest dass kannst du dann selbst entscheiden, oberste priorität haben nun aber erst mal deine wunden, warte kurz bis ich mit dem verbandszeug wieder da bin.“ nun war ich doch wirklich froh, dass ich in dieser situation nicht alleine bin und sich meine mutter soviel mühe gab. Doch erst mal wurde es nichts mit hinlegen und schlafen, denn als meine mutter sich meinem arm annahm war sie sehr besorgt und meinte sie traut sich nicht recht da drüber, weil die wunden sehr tief waren und wahrscheinlich genäht werden müssen. „da reicht verbinden nicht“ meinte meine mutter.

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Montag, 18. Januar 2021
Und zwar so lange bis ich es dann nicht mehr aushielt, ich kam mit allem nicht mehr klar, wäre am liebsten aus mir ausgebrochen, raus aus meiner haut, was ja aber leider bekanntlich nicht geht. Ich lies meine mutter dann einfach sitzen und verschanzte mich in meinem zimmer. Ich hätte am liebsten alles raus geschrien und alles aus mir raus gelassen, aber das geht ja in einem wohngebiet ja nicht. Ich legte mich dann erst mal auf mein bett in der hoffnung ich könnte dabei etwas ruhiger werden, aber da hielt ich es kaum 5 minuten aus und so lief ich kurz darauf im zimmer nervös auf und ab von unruhe geplagt und so passierte es dann, was schon ganz lange nicht mehr der fall war, ich verlor den bezug zu mir selbst und spürte mich immer weniger. So kam es dann, dass ich wie ferngesteuert ins badezimmer ging, mich dort einschloss und ich in großer panik nach einer rasierklinge suchte. Ich würde bald fündig, da mein bruder nassrasierer ist. Ich hockte mich samt klinge aufs klo und dann gab es für mich kein halten mehr. Ich hackte auf meinen arm ein, immer mehr und heftiger, ich brauchte den schmerz einfach, dieser schmerz tat mir gut und als ich das blut fließen sah wusste ich wieder dass ich lebe. Für den moment jedenfalls ging es mir dann etwas besser, ich war wieder herr meiner sinne! Als ich mich etwas beruhigt hatte, saß ich wie gelähmt auf dem klo. Ich hatte mich wieder geritzt, nachdem ich ein ganzes jahr mich nicht selbst verletzt hatte und ich so stolz darauf gewesen bin ohne diesen mist auszukommen! Jetzt ist wieder alles in schutt und asche, dachte ich so bei mir und ärgerte mich enorm darüber und diese gedanken zogen mich massiv nach unten. Doch leider ist es so, wenn ich in einem solchen zustand bin, ist es mir nicht bewusst gewesen, was ich da eigentlich gerade am tun bin. Ich war da immer so „drauf“ dass es mir in der situation nicht klar ist was ich eigentlich tat und wenn ich es getan hatte und mich dadurch wieder in die welt zurückholte ist der ärger und der charm sehr groß. Nun als ich so auf der toilette saß und mir das alles bewusst wieder wurde, was nun passiert ist wusste ich nichtmehr weiter, was soll dass alles denn, habe ich denn nun wieder einen krassen rückfall und was sollte ich überhaupt mit dieser jetzigen situation weiter machen?

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